Die Schornsteine als Torwächter des Tals
Warum stehen zwei hohe Schornsteine in Peñarroya-Pueblonuevo?
Weil sie die Überreste eines ehemaligen Kraftwerks aus der Bergbauzeit sind – und heute ein offiziell geschütztes Denkmal. Sie erinnern an die industrielle Vergangenheit des Valle del Guadiato, wo Kohle, Zink und Blei jahrzehntelang den Rhythmus des Alltags bestimmten.
Von sanften Hügeln zu Rost und Backstein
Nach über einer Stunde Fahrt durch die hügelige Sierra Morena, voller Kurven und Aussichtspunkte, tauchten wir kurz vor der Cortijo plötzlich in einer ganz anderen Kulisse auf. Zwei hohe Schornsteine, rostig und verwittert, ragten gegen den blauen Himmel. Das Gebiet wirkte verlassen, beinahe trostlos. Ich erschrak – es stand so sehr im Kontrast zur Schönheit der Fahrt.
Erst später erfuhren wir, dass dieser Ort, Peñarroya-Pueblonuevo, kein vergessenes Industriegebiet ist, sondern ein geschütztes historisches Monument. Ein Symbol für eine ganze Region, in der Generationen von Bergarbeitern ihr Leben und ihre Zukunft aufgebaut haben.
Die Geschichte einer Bergbauregion
Das Valle del Guadiato, in dem Belmez und Peñarroya-Pueblonuevo liegen, war jahrzehntelang das Zentrum des Bergbaus in Córdoba. Kohle, Zink und Blei wurden hier tief unter der Erde gefördert und bestimmten den Takt des täglichen Lebens.
Die beiden Schornsteine, die man schon von Weitem sieht, gehören zum ehemaligen Kraftwerk von Peñarroya. Sie erinnern an eine Zeit, in der das Dorf vor Aktivität pulsierte – mit Zügen voller Kohle, Arbeitern in Overalls und Fabriksirenen, die den Schichtwechsel ankündigten.
Nach der Schließung der Minen in den 70er- und 80er-Jahren verfiel ein Großteil der Industrieanlagen. Doch anstatt diese Geschichte auszulöschen, entschieden sich die Bewohner und die Gemeinde dafür, Teile davon zu bewahren. Die Schornsteine sind heute ein offiziell geschütztes Denkmal – stille Zeugen einer Epoche, die die Region geprägt hat.
Von Lärm zu Stille
In einer Region mit einer so greifbaren Vergangenheit zu leben, ist etwas Besonderes. Man fährt an den Schornsteinen vorbei, hört vielleicht keinen Fabriklärm mehr, aber man spürt die Geschichten von damals. Für uns als Neuankömmlinge ist es eine Lektion darin, das zu würdigen, was bereits da ist.
Wo früher Rauch in den Himmel stieg, steigt heute Stille auf. Wo Arbeit und Lärm herrschten, kehrt nun Ruhe ein. Und doch – die Seele der Region steckt in diesen Backstein- und Stahlstrukturen. So wie wir unsere Cortijo Schritt für Schritt von alten Mauern in einen neuen Ort der Gastfreundschaft verwandeln, verwandelt auch die Region ihr industrielles Erbe in eine Quelle von Stolz und Identität.
Torwächter des Tals
Die beiden Schornsteine stehen wie Torwächter am Eingang des Tals. Einst Symbol für Produktion und Fortschritt, sind sie heute Wegweiser in eine Region, in der die Vergangenheit das Heute trägt.
FAQ – häufig gestellte Fragen
Warum sind die Schornsteine von Peñarroya-Pueblonuevo besonders?
Weil sie zum ehemaligen Kraftwerk der Bergbauregion gehörten und heute ein offiziell geschütztes Denkmal sind. Sie erzählen die Geschichte von Jahrzehnten Bergbau im Valle del Guadiato.
Welche Rolle spielte Peñarroya-Pueblonuevo in Andalusien?
Das Dorf war das Herz des Bergbaus in Córdoba, wo Kohle, Zink und Blei den Rhythmus der Region bestimmten. Generationen von Familien arbeiteten hier unter harten Bedingungen.
Welche Bedeutung hat dieses industrielle Erbe heute?
Es steht für Wandel: von Arbeit und Lärm zu Stille und Stolz. Die Region bewahrt ihre Vergangenheit und macht sie zu einem Teil ihrer neuen Identität.
Peñarroya-Pueblonuevo beherbergt zwei Schornsteine, die einst für Industrie und Arbeit standen und heute als geschützte Denkmäler das Tal bewachen. Sie erinnern an eine Bergbauvergangenheit, die die Region geprägt hat – und heute die Seele des Valle del Guadiato sichtbar macht.
✨ Schön, dass du bis hierhin gelesen hast — das bedeutet viel.
Möchtest du öfter mitlesen? Ein ♡ oder kostenloses Abonnement ist immer willkommen.
Hasta luego aus Andalusien,
Danielle | Cortijo La Vista
